Über mein Postfach wurde Spam verschickt¶
Wenn wir feststellen, dass über ein Postfach massenhaft Spam versendet wird, sperren wir den Versand dieser Adresse und setzen das Passwort neu. E-Mails empfangen kannst du weiterhin, und alle anderen Postfächer deines Tarifs laufen normal weiter.
Das klingt hart, ist aber die schonendste Variante: Ohne diesen Schritt landet der ganze Server binnen Stunden bei Microsoft und Google auf einer Blockliste — dann kommt auch deine normale Geschäftspost nicht mehr an.
Was passiert ist¶
Jemand kennt das Passwort deines Postfachs und meldet sich damit ganz regulär am Mailserver an. Es handelt sich also nicht um eine Lücke im Server, sondern um abhandengekommene Zugangsdaten. Die drei üblichen Wege:
- Das Passwort war in einem Datenleck bei einem anderen Dienst enthalten und wurde bei uns durchprobiert (es wird sehr oft dasselbe Passwort mehrfach verwendet).
- Auf einem Rechner oder Handy, auf dem das Postfach eingerichtet ist, läuft Schadsoftware.
- Das Passwort wurde über eine gefälschte Anmeldeseite abgegriffen — siehe Phishing erkennen.
Prüfe auch deine anderen Konten
Wer Zugriff auf dein Postfach hatte, konnte bei jedem anderen Dienst Passwort vergessen anfordern. Der Link landet in genau diesem Postfach. Sieh deshalb nach, ob es dort Rücksetz-Mails gibt, die du nicht selbst ausgelöst hast, und prüfe die wichtigsten Konten: Bank, Onlineshops, soziale Netzwerke und das Kundenportal.
Sieh dabei auch in den Papierkorb und in den Ordner „Gesendet“. Angreifer löschen die Bestätigungsmails gern, damit es nicht auffällt.
Was du jetzt tun solltest — in dieser Reihenfolge¶
1. Prüfen, ob dein Passwort in einem bekannten Datenleck steckt. Kostenlos und seriös:
- Have I Been Pwned — die größte Sammlung bekannter Datenlecks
- Identity Leak Checker des Hasso-Plattner-Instituts — deutschsprachig
2. Alle Geräte prüfen, auf denen das Postfach eingerichtet ist — Rechner, Notebook, Handy, Tablet. Ein Virenscan gehört dazu. Wird dieser Schritt übersprungen, ist das neue Passwort oft binnen Tagen wieder weg.
3. Ein neues Passwort setzen — so geht’s. Damit wird die Versandsperre aufgehoben.
Nie das alte Passwort erneut verwenden
Es ist bekannt geworden und muss als dauerhaft unsicher gelten — auch bei anderen Diensten, wo du es benutzt hast. Vergib überall ein neues, unterschiedliches Passwort.
4. Kontrollieren, ob Ruhe eingekehrt ist. Im cPanel unter E-Mail → E-Mail Nachverfolgung siehst du alle ausgehenden Nachrichten der letzten Zeit. Läuft dort weiter Unbekanntes durch, melde dich bei uns.
Nach dem Passwortwechsel: die Geräte nachziehen¶
Dein Handy und dein Mailprogramm melden sich sonst weiter mit dem alten Passwort an — das sieht für den Server aus wie ein Angriff und kann deine Internetleitung aussperren. Was dann zu tun ist, steht unter Passwort geändert, trotzdem Probleme.
Für Experten: woran wir das erkennen
Maßgeblich ist eine erfolgreiche Anmeldung am Mailserver in Verbindung mit einer plötzlich hohen Zahl ausgehender Nachrichten und typischen Spam-Merkmalen — der Zugang wird also regulär benutzt, nicht umgangen. Sichtbar ist dabei auch die IP-Adresse, von der aus gesendet wurde — bei gekaperten Postfächern liegt sie fast immer im Ausland und wechselt häufig.
Sinnvolle Härtung, wenn ein Postfach wiederholt betroffen war: ein Passwort, das nirgends sonst verwendet wird, und ein Mailprogramm, das die Zugangsdaten nicht im Klartext ablegt.