„Ihre IP-Adresse hat sich geändert"¶
Du meldest dich am Controlpanel an, kurz erscheint eine grüne Bestätigung, und sofort danach wirst du wieder hinausgeworfen. Die Meldung lautet:
Ihre IP-Adresse hat sich geändert. Melden Sie sich erneut an.
Ein neues Passwort ändert daran nichts, denn an den Zugangsdaten liegt es nicht.
Was dahintersteckt¶
Jedes Gerät im Internet hat eine Adresse. Wenn du dich anmeldest, merkt sich das Controlpanel diese Adresse und prüft bei jedem weiteren Klick, ob sie noch dieselbe ist. Das ist ein Schutz: Würde jemand deine Sitzung übernehmen, käme er von einer anderen Adresse und würde sofort abgewiesen.
Genau dieser Schutz greift hier zu deinen Lasten. Deine Verbindung benutzt nämlich nicht eine feste Adresse, sondern wechselt sie laufend. Wir sehen in solchen Fällen regelmäßig, dass Anfragen derselben Sitzung innerhalb einer einzigen Sekunde von zwei verschiedenen Adressen kommen. Für das Controlpanel sieht das aus wie ein Übernahmeversuch, und es beendet die Sitzung.
Diese Prüfung schalten wir nicht ab
Über das Controlpanel lassen sich Passwörter ändern, Datenbanken einsehen, Dateien austauschen und Domains umleiten. Eine übernommene Sitzung genügt, um all das zu tun. Die Bindung an die Adresse ist deshalb einer der wirksamsten Schutzmechanismen, die wir haben, und sie schützt alle Kunden auf dem Server gleichermaßen.
Wir können sie weder für einzelne Konten noch auf Zuruf aufheben. Das ist keine Unfreundlichkeit, sondern der Grund, warum ein übernommener Zugang bei uns die Ausnahme ist. Die Lösung liegt deshalb immer auf der Seite der Verbindung, und die Schritte unten führen zuverlässig dorthin.
Woher der Wechsel kommt¶
Vier Ursachen stecken fast immer dahinter.
| Ursache | typisch bei |
|---|---|
| Mobilfunk | Surfen über das Handynetz oder einen Hotspot, besonders bei Funkzellenwechsel |
| Anschlüsse im Ausland | viele Anbieter teilen sich dort wenige Adressen und verteilen die Anfragen darauf |
| VPN-Dienste | mehrere Ausgangsserver, zwischen denen der Dienst wechselt |
| iCloud Private Relay | die Apple-Funktion „IP-Adresse verbergen" in Safari und in den iCloud-Einstellungen |
Alle vier führen zum selben Ergebnis, und in allen vier Fällen ist weder dein Zugang noch unser Server defekt.
So kommst du hinein¶
Arbeite die Liste von oben nach unten ab, meist hilft schon der erste Punkt.
- Netz wechseln. Bist du im WLAN, nimm den Hotspot deines Telefons. Bist du im Mobilfunk, nimm ein WLAN. Damit wechselst du auf eine andere Verbindung und siehst sofort, ob es daran lag.
- VPN abschalten, falls eines läuft, und die Anmeldung wiederholen.
- Apple-Funktion abschalten, falls du ein iPhone, iPad oder einen Mac benutzt. Du findest sie unter Einstellungen, dann dein Name, dann iCloud, dort Privat-Relay. In Safari heißt sie zusätzlich IP-Adresse verbergen. Schalte sie aus, melde dich an, und danach kannst du sie wieder einschalten.
- Anderen Browser oder privates Fenster verwenden. Damit schließt du gespeicherte alte Sitzungsdaten als Ursache aus.
Meist ist die Anmeldung danach stabil, und du kannst normal weiterarbeiten.
Wenn du länger im Ausland arbeitest
Dann lohnt sich ein VPN-Zugang mit fester Ausgangsadresse. Viele Anbieter führen das als kostenpflichtige Zusatzoption unter Namen wie „dedizierte IP". Damit bleibt deine Adresse während der ganzen Sitzung gleich, und das Problem tritt gar nicht erst auf.
Ein neues Passwort hilft nicht
Die Meldung hat mit dem Passwort nichts zu tun. Setzt du es mehrfach hintereinander zurück, kann der Zugang zusätzlich vorübergehend gesperrt werden, und du kommst noch schlechter hinein.
Woran du erkennst, dass es wirklich daran liegt¶
Der Ablauf ist immer gleich und ziemlich eindeutig:
- Die Anmeldung wird kurz als erfolgreich bestätigt
- Unmittelbar danach erscheint die Meldung über die geänderte Adresse
- Am Postfach, per FTP oder im Kundenportal funktionieren die gleichen Zugangsdaten
- Über ein anderes Netz klappt es auf Anhieb
Trifft das alles zu, brauchst du weder neue Zugangsdaten noch eine Freischaltung durch uns.
Für Experten: was technisch geprüft wird
- Das Controlpanel bindet die Sitzungskennung an die Quelladresse der Anmeldung. Wechselt sie, wird die Kennung verworfen.
- Wie streng geprüft wird, ist serverseitig einstellbar. In der strengen Einstellung muss die vollständige Adresse übereinstimmen, in der lockeren nur ein Teil davon.
- Anschlüsse hinter Carrier-Grade-NAT verteilen ausgehende Verbindungen über einen Pool von Adressen. Innerhalb desselben Netzbereichs sieht der Server dann bei jeder Anfrage eine andere Adresse.
- Apple veröffentlicht die Ausgangsbereiche von Private Relay als Liste. Damit lässt sich im Einzelfall feststellen, ob eine Adresse von dort stammt oder vom Anbieter vor Ort.
- IPv6 ist gesondert zu betrachten: Viele Geräte wechseln ihre Adresse dort regelmäßig von selbst, das ist als Datenschutzfunktion so vorgesehen.