Logdateien einsehen: welches Protokoll beantwortet welche Frage?¶
Wenn eine Seite einen Fehler zeigt, ein Formular nichts verschickt oder du wissen willst, ob ein bestimmter Besucher wirklich da war, steht die Antwort fast immer in einem Protokoll. cPanel führt mehrere davon, und jedes beantwortet eine andere Frage. Dieser Artikel zeigt dir, welches du wann brauchst.
Im cPanel: Statistiken — cPanel öffnen
Kurz vorweg: welches brauchst du?¶
| Deine Frage | Das passende Protokoll |
|---|---|
| Warum zeigt meine Seite einen Fehler? | Fehler und die Datei error_log |
| Wer hat meine Seite wann aufgerufen? | Besucher |
| Ich brauche alle Zugriffe zum Auswerten | Zugriff |
| Ist meine E-Mail angekommen? | E-Mail Nachverfolgung |
| Wie viele Daten verbraucht meine Seite? | Bandbreite |
Fehler: warum die Seite nicht funktioniert¶
Das ist das wichtigste Protokoll bei Problemen. Es zeigt dir die letzten Fehlermeldungen deines Webservers, die neueste zuerst.
Im cPanel: Statistiken → Fehler
Du siehst dort bis zu 300 Einträge. Jeder nennt den Zeitpunkt, die betroffene Datei und die Meldung selbst. Sätze wie „Allowed memory size exhausted" oder „Call to undefined function" stammen von deiner Website und sagen dir genau, woran sie scheitert.
Für Experten: was hier nicht auftaucht
Die Ansicht speist sich aus dem Apache-Fehlerprotokoll und aus suexec_log, gefiltert auf
deinen Benutzernamen. Ältere Einträge als die letzten 300 sind hier nicht erreichbar. PHP-
Meldungen deiner Anwendung, etwa von WordPress oder einem Shopsystem, landen dagegen häufig
in einer eigenen Datei im Webspace, siehe nächster Abschnitt.
Die Datei error_log in deinem Webspace¶
Viele Anwendungen schreiben ihre Fehler nicht ins Systemprotokoll, sondern in eine Datei namens
error_log direkt neben den Programmdateien. Sie liegt meist in public_html oder im Ordner der
betroffenen Website.
Im cPanel: Dateien → Dateimanager → in den Ordner der Website wechseln
Öffne die Datei über Anzeigen oder lade sie herunter. Wichtig ist immer der unterste Teil, dort stehen die jüngsten Meldungen.
Diese Datei kann sehr groß werden
Wir sehen regelmäßig Webspaces, in denen error_log mehrere Gigabyte belegt, weil dieselbe
Warnung seit Jahren bei jedem Seitenaufruf geschrieben wird. Du kannst die Datei bedenkenlos
löschen, sie wird bei Bedarf neu angelegt. Wenn dein Speicherplatz knapp wird, lohnt ein Blick
dorthin, siehe Speicherplatz.
Besucher: wer war auf der Seite?¶
Hier siehst du die letzten Zugriffe auf eine einzelne Domain, ohne etwas herunterladen zu müssen.
Im cPanel: Statistiken → Besucher → Domain auswählen
Angezeigt werden die IP-Adresse, die aufgerufene Adresse, der Zeitpunkt, die übertragene Datenmenge, die verweisende Seite und der verwendete Browser. Über das Zahnradsymbol kannst du drei weitere Spalten einblenden, darunter den Statuscode. Der ist oft der entscheidende Hinweis, denn er verrät, ob eine Seite ausgeliefert wurde oder ins Leere lief.
Für Experten: die Statuscodes, die am häufigsten weiterhelfen
200 bedeutet erfolgreich ausgeliefert, 301 und 302 sind Weiterleitungen, 403 heißt vorhanden aber gesperrt, 404 nicht gefunden, 500 ein Fehler in der Anwendung selbst. Wenn ein externer Dienst behauptet, deine Seite nicht erreichen zu können, klärt ein Blick hierher zuerst die Frage, ob seine Anfrage überhaupt angekommen ist.
Zugriff: alle Aufrufe zum Herunterladen¶
Wenn du nicht nur nachsehen, sondern selbst auswerten möchtest, lädst du hier die vollständigen Protokolldateien herunter.
Im cPanel: Statistiken → Zugriff
Du bekommst je Domain eine komprimierte Datei mit allen Aufrufen, in der Form, in der der Server sie mitschreibt. Damit lässt sich gezielt suchen, etwa nach einer bestimmten Adresse oder nach allen Zugriffen eines einzelnen Besuchers.
Die Protokolle werden regelmäßig geleert
Der Server wertet die Zugriffe alle 24 Stunden für die Statistiken aus und leert die Dateien
danach. Ohne weitere Einstellung stehen dir also nur die Aufrufe seit der letzten Verarbeitung
zur Verfügung. Wenn du die Protokolle länger behalten möchtest, aktiviere auf derselben Seite
die Archivierung. Die Archive landen dann in deinem Ordner logs und bleiben dort liegen, bis
du sie löschst oder eine Aufbewahrungsdauer festlegst.
Für Experten: Aufbau der Einträge
Die Dateien folgen dem Combined-Format: Absender-IP, Zeitstempel, Anfragezeile mit Methode und
Pfad, Statuscode, ausgelieferte Bytes, Verweisadresse und Browserkennung. Für Auswertungen auf
dem eigenen Rechner eignen sich Werkzeuge wie GoAccess oder eine Auswertung per awk. Die
Archive tragen den Domainnamen und werden am Monatsende zusammengefasst.
E-Mail Nachverfolgung: ist die Nachricht angekommen?¶
Für E-Mails gibt es ein eigenes Protokoll. Es zeigt dir, ob eine Nachricht zugestellt wurde, zurückgewiesen oder noch in der Warteschlange hängt, und nennt bei einer Ablehnung die Begründung des Empfängerservers.
Im cPanel: E-Mail → E-Mail Nachverfolgung
Wie du das liest und was die häufigsten Ablehnungsgründe bedeuten, steht ausführlich unter E-Mail-Nachverfolgung.
Bandbreite: wie viel Daten fließen?¶
Im cPanel: Statistiken → Bandbreite
Zeigt dir den Datenverkehr deines Tarifs, aufgeschlüsselt nach Monat und Dienst. Ein plötzlicher Anstieg ist ein guter Hinweis darauf, dass eine Suchmaschine deine Seite intensiv durchsucht oder eine große Datei häufig heruntergeladen wird.
Häufige Stolperfallen¶
„Ich finde den Menüpunkt Zugriff nicht"¶
Diese Funktion ist nicht in jedem Tarif enthalten. Schreib uns kurz, dann klären wir, ob sie sich für deinen Zugang freischalten lässt.
„Das Protokoll zeigt viel weniger, als ich erwarte"¶
Dann wurde es zwischenzeitlich geleert. Der Server verarbeitet die Zugriffe alle 24 Stunden und setzt die Dateien danach zurück. Für lückenlose Aufzeichnungen aktiviere die Archivierung unter Statistiken → Zugriff.
„Ich sehe meine eigenen Aufrufe nicht"¶
Prüfe, ob du die richtige Domain ausgewählt hast. Verschlüsselte und unverschlüsselte Aufrufe werden getrennt mitgeschrieben, und eine Subdomain hat ihr eigenes Protokoll.
„Da steht eine IP-Adresse, die ich nicht zuordnen kann"¶
Das ist der Normalfall. Ein großer Teil aller Zugriffe stammt von Suchmaschinen und automatischen Diensten. Erst wenn dieselbe Adresse in kurzer Zeit sehr viele Aufrufe erzeugt, lohnt es sich, genauer hinzusehen.